"Wir verhandeln nicht mit Terroristen" Krieg in Afghanistan - die USA mal wieder vornean, und Deutschland
trottet brav mit |
Wir verhandeln nicht mit Terroristen - "Wir schießen gleich" Ist das die Form der
Konfliktbewältigung, die eines westlichen, demokratischen Landes würdig ist? Wie soll ein Lehrer seinen Schülern
beibringen, daß sie Konflikte gewaltfrei lösen sollen, wenn es nicht mal unsere Politiker (die ja eigentlich über mehr
Lebenserfahrung verfügen sollten) können?
Und überhaupt: Die Ziele der westlichen Allianz in Afghanistan: U.a. sollen (auch) Mädchen (nicht nur die Jungen) zur Schule
gehen können. Das ist sicher, aus westlicher Sicht, erstrebenswert. Aber ist es das wert, daß dafür viele Menschen ihr Leben
lassen müssen, wie es in einem Krieg ja nun mal so "üblich" ist? Würdest Du (...würden Sie) Dein (Ihr) Leben dafür hingeben, daß es
anderen Leuten eventuell etwas besser gehen soll?*
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Wie im Radio von einem Afghanistan-Kenner zu hören war, können übrigens schon in manchen Taliban-besetzten Gebieten auch
Mädchen zur Schule gehen. Was ist es aber für eine Art, die eigenen Vorstellungen von selbstkreierten Menschenrechten
mit brutaler militärischer Gewalt durchzuboxen, zumal in einem Land, das uns überhaupt nichts angeht, das uns auch nicht den Krieg erklärt hat.
Wenn man schon eigene Vorstellungen auf andere übertragen möchte, sollte man da nicht zu anderen, - : friedlichen Mitteln greifen?
Wie bitte? - "Das funktioniert nicht!"? Funktioniert es denn mit militärischen Mitteln? Offenbar doch auch nicht. Aus Sicht von
Schreibtisch- und Plenarsaal-Politikern mag es machbar erscheinen. Die Praxis sieht anders aus.
| *Mal abgesehen davon, daß die westliche Demokratie auch nicht der Stein der Weisen ist. Man denke nur an die riesigen
Unterschiede zwischen Arm und Reich, an Ressorcenvergeudung, an die wahrscheinlich von den (westlichen) Industrieländern
hervorgerufene Klimakatastrofe... |
Unsere hochklugen Politiker haben
mal wieder vergessen, daß in Afghanistan ein ganz anderer Menschenschlag lebt, mit von uns grundverschiedener Mentalität, ganz anderen
Wünschen, Vorstellungen, anderem Lebensstil. Und jetzt reiben sie sich verwundert die Augen, daß die Taliban nicht einfach so
einknicken vor der tollen westlichen Militärtechnik, sondern daß sie mit ihren eigenen Mitteln kämpfen, mit ihrem Leben. Daß sie bereit sind,
für ihre Sache (von der sie ja offenbar überzeugt sind), ihr Leben hinzugeben, - anders als die "WWWs": Westliche weinerliche
Weicheier. Sicher mögen - zumindest aus unserer, "westlichen", Sicht, die Ziele der Taliban
verwerflich erscheinen. Aber - auch zugegeben - : Insgeheim bewundere ich die Afghanen, die wirklich für ihre Sache kämpfen, von der sie
- ob "richtig" oder nicht - überzeugt sind. Wobei ich den eigentlichen Terrorismus ablehne: Den Krieg in Länder zu tragen, in denen
Frieden ist. Aber die Bundeswehr ist auch dort, und zwar: Ohne daß Afghanistan Deutschland den Krieg erklärt hat.
Immerhin ist ja schon (mindestens?) e i n Ziel erreicht: Ein Wahlbetrüger ist Staatschef geworden. Die Afghanen müssen ja so einen wirklich
"tollen" Begriff von westlicher Demokratie bekommen haben.
Und selbst, wenn es eine ehrliche Wahl gewesen wäre. Dann hätten die Afghanen bei jeder Gelegenheit, bei jeder Schwierigkeit, sagen können (bzw.
können sie ja so auch): 'Das ist also Eure (westliche) Demokratie. Ihr habt sie uns aufgedrückt. Ist das Euer Lebensstil?'
Ich frage mich, ob die Menschen in Afghanistan überhaupt reif sind für eine Demokratie nach westlichem Vorbild. Sie haben dort eine ganz andere
Geschichte, eine andere Lebensweise, andere Vorstellungen, Wünsche, Hoffnungen. In Europa hat sich diese Ordnung in Jahrhunderten entwickelt,
über ein "schlimmes" Mittelalter, über die Aufklärung, sie ist uns auch nicht von außen aufgedrückt worden (anders als der "Sozialismus" in der
"verflossenen" DDR, den die Sowjets eingeführt haben). So etwas (die Demokratie mit militärischer Gewalt durchzupeitschen) läßt nicht viel Gutes hoffen.
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